Was ist moderne Hypnose?

Eine Definition.

 

Die moderne Hypnose ist ein entspannter und wohltuender Zustand. Diese natürliche Ruhephase ist vergleichbar mit dem Standby Modus deines Computers, ein anderer Begriff dafür ist Trance (klingt spirituell, nicht wahr?)

 

In Trance bist du weder ganz wach, noch wirklich im Schlaf, die Hypnose findet zwischen diesen Welten statt. Somit ist die Trance kein künstlich erzeugter Zustand, sondern ein natürliches Sein, indem Lösungsbilder mit Hilfe des Unbewussten aktiviert werden können.

 

Du bist in deinem eigenen Kinofilm.

 

Dein Unbewusstes darf mit deinen Möglichkeiten wie in einem therapeutischen Film experimentieren. Das Umfeld wird ausgeblendet. Neue gedankliche Prozesse werden kreativ und zielorientiert entworfen und schließlich bei Wohlgefallen in die Zukunft manifestiert.

 

Dabei gebe ich Impulse und Ideen zum Ausprobieren, erwecke deine Ressourcen und schaffe eine Simulationsplattform. Die eigentliche Instanz zur Veränderung ist jedoch dein Unbewusstes, also du selbst.

 

Unser Gehirn vergisst nichts. Es kommt jedoch vor, das Erinnerungen nicht auffindbar sind. Diese abgelegten Erinnerungen können von unserem Unbewussten in der Trance wieder abgerufen werden. Um noch einmal zur Computersprache zurück zu kehren, wir aktivieren einen reset.

 

Es sind deine Lösungen.

 

Milton Erickson (mehr dazu weiter unten: Geschichtliches zur Hypnose) war überzeugt davon, dass jeder Mensch die Lösung für seine Probleme bereits in sich trägt, und zwar jenseits von Analyse, Rationalität und logischem Denken, nämlich in der Tiefe seines Unbewussten. Du darfst dir in Hypnose „erlauben", dorthin zu gelangen. Heilung geschieht durch den Klienten selbst.

 

So ist alles Notwendige für eine Veränderung von Gefühlen, Gedanken und Handlungen, sowie Angewohnheiten und Glaubenssätzen ein in dir ruhendes Wissen. Zu den Aufgabengebieten der Hypnose gehören unter anderem folgende Themen: Ressourcen aufbauen, Problemlösung, Verhaltensänderungen, "schlechte" Gewohnheiten und Neustrukturierung von festgefahrenen Gedanken und Überzeugungen.

 


Wie fühlt sich Trance an?

 

"Es fühlt sich anders an, als es aussieht."

"So habe ich mir das nicht vorgestellt."

"Oh, bin ich eingeschlafen?"

"Ich fühlte mich danach, als käme ich aus dem Urlaub."

"Ich war so entspannt."

 

Das sagen die Menschen nach einer Hypnose.

 

 

 

Trance fühlt sich für jeden Menschen anders an. Das eine Gefühl oder das eine Erlebnis der Trance existiert nicht. Es ist eine Art innere Selbstbetrachtung, eine Reise durch das eigene Ich.

 

Welche Gefühle und Emotionen dabei entstehen, liegen in den Erfahrungen und Erinnerungen des Reisenden selbst verborgen und werden ja nach aktueller Thematik aktiviert. Auch welche Erinnerungen und Reflektionen sich gerade in deisem Moment der Hypnose zeigen, liegt in deiner eigenen Wahrnehmung.

 

Du verlierst dabei NICHT die Kontrolle.

 

Während der Trance verlässt du nicht den Boden der Vernunft, du erleidest auch keinen Kontrollverlust. Während der Trance kannst du weiterhin gut sprechen und stets auf das Geschehen reagieren. Und natürlich auch "aussteigen", weil es dir zu "heiß" wird. Wichtig ist die individuelle Ansprache, um einen individuellen Prozess anzuregen.

 

Du brauchst keine bestimmten Fähigkeiten mitbringen.

 

Wichtig ist, das in unserer Gesellschaft manifestierte Leistungsdenken und die damit verbundene Erwartungshaltung ganz einfach zu Hause zu lassen. Freu dich auf einen spannenden Blick durch die eigene Lebenslupe.

 

Mit der in uns wohnenden Vorstellungskraft und der besonderen Wachheit in der Trance wird die Macht der eigenen Ideen aktiviert.

 

Geschichtliches zur Hypnose.

Die Sumerer

 

Hypnose gehört zu den ältesten bekannten Therapien der Menschheit. Das älteste Kulturvolk der Menschheit, die Sumerer haben schon 4000 Jahre v. Chr. erfolgreich mit Hypnose behandelt. Bereits 1500 Jahre v. Chr. ist aus Ägypten der Kult des Tempelschlafes bekannt, der Schlaftempel diente der Behandlung psychischer Leiden.

 

Die ursprüngliche Idee der Hypnose

 

Der Begriff »Hypnose« leitet sich vom griechischen Wort »hypnos« ab, und kann mit Schlaf übersetzt werden.

Im therapeutischen Bereich wurde der Begriff Hypnose erst Anfang des 19. Jahrhunderts vom englischen Arzt James Braid (1795-1860) eingeführt. James Braid näherte sich der Hypnose und der Suggestion wissenschaftlich an. Er nutzte Hypnose für positive Veränderungsprozesse. Lange Zeit definierte er Hypnose als künstlich erzeugten Schlaf. Kurz vor seinem Tod entwickelte er eine neue Definition, welche zum ersten Mal andeutungsweise in die heutigen Definitionsweisen zeigte: Hypnose ist die Konzentration der Aufmerksamkeit und die Erhöhung der Einbildungskraft.

 

Ebenfalls zu dieser Zeit wurde damit begonnen, die Hypnose für die Durchführung von schmerzfreien Operationen einzusetzen. Allerdings mit Einführung von Betäubungsmitteln verschwand die analgetische Nutzung der Hypnose in der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder.

 

Die Pariser Schule

 

Wenig später veröffentlichte der französische Arzt Ambroise Auguste Liébeault (1823-1904) seine beeindruckenden Ergebnisse. Er setzte die Suggestionen erstmalig bei körperlichen Leiden ein und erntete damit viel Hohn und Spott.

 

Erst viele Jahre später rückte Professor Hippolyte Bernheim (1837-1919) von der Universität Nancy die hypnotischen Phänomene wieder vermehrt in die Öffentlichkeit. Durch seine wissenschaftliche Anerkennung gewann die Hypnose mehr und mehr an Bedeutung.  

 

Jean-Martin Charcot (1825-1893) wurde bekannt als französischer Psychiater und Hypnotiseur. Berühmtheit erlangte er durch die öffentliche Demonstration vom Behandeln hysterischer Anfälle unter Hypnose. Er begründete die so genannte Pariser Schule, die mit geisteskranken Menschen arbeitete. Der berühmteste Schüler von Charcot war Siegmund Freud (1856-1939).

 

In Deutschland entwickelte Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) das Autogene Training, das als eine Methode der Selbsthypnose bezeichnet werden kann.

 

Der Beginn der modernen Hypnose

 

Ca. 1950 nahm die Bedeutung der Hypnose im klinischen Bereich der englischsprachigen Länder wieder zu. Der amerikanische Arzt und Psychiater Milton H. Erickson (1901-1980) gilt als Vater der modernen Hypnotherapie. Er war maßgeblich an der offiziellen Anerkennung der Hypnose als Therapieform beteiligt.

 

Erickson ist heute das Vorbild für eine Vielzahl von Hypnotherapeuten weltweit. Jeffrey Zeig (1947) gründete 1978 die Milton Erickson Gesellschaft. Heute sind durch die Kombination verschiedener Therapieschulen mit verschiedenen Ansätzen der Hypnose eigenständige Hypnotherapien entstanden.

 

Heute

 

Die Hypnosetherapie ist wissenschaftlich anerkannt. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie verabschiedete in der Sitzung vom 27. März 2006 das folgende Gutachten zur Hypnotherapie:

(Quelle: http://www.wbpsychotherapie.de/page.asp?his=0.113.122.123)